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27.05.2019
letzte Kulturausschußsitzung 15.05.2019 / anstehende Neubesetzung VHS-Leitung

Vertane Chancen
Die Neubesetzung der freigewordenen VHS „Insel“ Leitung steht an. Eine Stellenausschreibung und Neubesetzung könnte man en passant in der üblichen Weise schnell vom Schreibtisch bekommen. Man könnte aber auch schon im Vorfeld die damit verbundenen Chancen aktiv und zukunftsweisend aufgreifen. Eine selbstkritische Standortbeschreibung des Istzustandes der VHS „insel“ erscheint mir angesichts der wenig innovativen letzten Jahre überfällig.
Wichtige Impulse, interessante Projekte, qualitatives und quantitatives Mitgestalten der Marler Stadtkultur und der Bürgergesellschaft durch flankierende Angebote sind verkümmert. Das Abspulen der Standardangebote scheint den Verantwortlichen zu genügen. Das Gespür für die entsprechenden Bedarfe in unserer Stadt ging verloren. Und dieses Defizit verorte ich nicht nur bei der VHS-Leitung, sondern auch bei der Bereitschaft der Politik und Verwaltung, der VHS die dafür notwendigen Ressourcen und Freiräume zu erhalten und zu schaffen.
Bringt die erfolgte Stellenausschreibung (80 % für die VHS-Leitung, 20 % Bücherei) die überfällige Anpassung an die Bedarfe, um mit der notwendigen Breiten- und Wirkungstiefe kreativer Impulsgeber sein zu können? Zweifel sind berechtigt.
Die „insel“ verstand sich in ihren goldenen Zeiten als umfassende Bildungseinrichtung, mit dem Anspruch, die Bürgerinnen und Bürger Marls zu befähigen, die Herausforderungen der Zeit aktiv angehen zu können und mit zu gestalten. Sie war Impulsgeber und immer auch Vorbild zukunftsweisender, innovativer Bildungsarbeit mit ganz starken Marler Wurzeln. Mit dieser vorbildhaften Arbeitsweise, für die Dr. Bert Donnepp, Dr. Josef Heintz und Dr. Renate Strauch stehen, schuf die „insel“ ihr jahrzehntelang gültiges Image einer Volkshochschule mit Stahlkraft weit in die Republik hinein. Und darauf waren wir alle stolz!
Ein Blick auf den aktuellen Zustand und die vergangenen, vertanen Jahre, ist ernüchternd. Die „insel“ verlor ihr Alleinstellungsmerkmal in der Region; die Unterstützung durch Politik und Verwaltung versank im Anspruch, nur den bröckelnden Status quo zu halten. Die „insel“ genoss schon lange nicht mehr die fordernde und fördernde Unterstützung der Verantwortlichen.
Die anstehende Neubesetzung der VHS-Leitung hätte als Chance aufgegriffen werden müssen, um sie mit einer durchsetzungsstarken, impulsgebenden, den Marler VHS-Idealen und der Stadtgeschichte zutiefst verbundenen, konflikt-, kompromiss-, und teamfähigen  Person zu besetzen. Gestalter mit diesen Qualitäten bekommt man nicht durch eine Standardannonce in x-beliebigen Zeitungen oder für „kleines Geld“. Eine Stellenausschreibung in hochkarätigen Zeitungen wie „Die Zeit“, oder das Einschalten eines Head Hunters, wären zielführender gewesen. - Will man wirklich eine innovative und durchsetzungsstarke neue VHS-Leitung, oder nur eine stromlinienförmige Sachbearbeitung? Mit der anstehenden Personalentscheidung entscheidet sich auch die Zukunft der ehemals glanzvollen „insel“. Zementieren des Mittelmaßes oder aktives Annehmen der Zukunftsherausforderungen ist hier die Frage, der sich alle Verantwortlichen stellen müssen.
Mehr und mehr verfestigt sich mein Eindruck aus den vergangenen Jahren, dass die „insel“ in der Verwaltung und im Stadtrat zunehmend an Bedeutung und Unterstützung verliert. Unterstützungsangebote und Impulse, wie z.B. von den „Inselfreunden“ oder den „Freunden des Adolf Grimme Preises“ werden nicht aufgegriffen. Dass sich solche Unterstützungsangebote durchaus lohnen, zeigt die Zusammenarbeit mit dem „Freundeskreis Habakuk“.
Für mich als jahrzehntelangem Kursleiter an der „insel“, Mitglied der VHS-Konferenz und Sprecher der Kursleiterversammlung, sind diese Entwicklungen nicht nur schmerzlich, sondern Ausdruck eines wachsenden Desinteresses am kulturpolitischen Gestaltungswillen in unserer Stadt.
Als aussagestarker Beleg dafür steht für mich auch die neue Kursleitung der fernsehkritischen Marler-Gruppe mit Frau Hinderberger. Ohne Erfahrungen in der Medienarbeit der Marler-Gruppe, ohne diesbezügliches Marler Netzwerk zu den kooperierenden Gymnasien, dem Grimme Institut und dem Hans Böckler Berufskolleg, wird die erfolgreiche Kursarbeit der bisherigen Kursleitung unterlaufen und herabgewürdigt. Förderung und Erhalt erfolgreicher Kursarbeit und eines der wenigen Aushängeschilder der „insel“, sieht anders aus! Für die Neubesetzung der Kursleitung gibt es keinen sachlichen Grund. Ob diese Personalie mit personellen Veränderungen in der „insel“ zusammenhängt, wird man sehen.
Wer einen Mehrwert für Marl aus Veränderungen ziehen möchte, sollte die Kompetenz vieler mit ins Boot nehmen. Diese Chance scheint vertan.


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