Liebesbrief an Marl - Homepage Jochen Stelzer

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Liebesbrief an Marl

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                                                                                      September 2016 
Meine große Liebe, geliebte Herausforderung, Inspiration und Schmerz !
*Liebesbrief an Marl für das Buchprojekt zum 80 jährigen Stadtjubiläum

Ja, wir sind beide in die Jahre gekommen. Wir wurden auf angenehme Weise alt. Wir inspirierten uns, lernten voneinander, engagierten uns, ärgerten uns übereinander und miteinander, waren füreinander da.
Es hängt halt recht viel Herzblut an dem, was du einmal warst. Du warst und bist für mich im besten Sinne Heimat; bist der fruchtbare Nährboden, auf dem ich groß geworden bin. Und Du stehst nach wie vor und für immer für die vielversprechende Vision einer Polis, die den Bürgerinnen und Bürgern und mir als Behinderten viele moderne und zukunftsweisende Möglichkeiten und Freiräume neu erschloss, damit wir eine tolerante, lebendige, soziale, lebenswerte Kommune werden, in der sich jeder entfalten konnte.
Du gabst mir ungeahnte Entfaltungsmöglichkeiten, die mir halfen, mit meinen Schicksalsschlägen fertig zu werden. Deine „Geschenke“ an mich waren unendlich reichhaltig: die Insel; Lesesaal und Büchereien; das Theater; das Skulpturenmuseum; die Philharmonia Hungarica; das Jahnstadion; Metropol und Loe-Kino; eine breit aufgestellte Vereinslandschaft; den Hagenbusch und das Kolpingheim in Polsum; Jusos und die SPD; den Adolf-Grimme-Preis; Mut machende und inspirierende Menschen wie: Bert Donnepp, Günther Eckerland, Ferdinand Kerstiens, Heinrich Ahlert, Gisela Bauckmann, Julie Kolb, Jürgen Schmeling; die geniale Architektur des Rathauses und der Scharoun-Schule; und natürlich auch den Marler Stern.
Deine reichhaltigen Geschenke an mich waren der Nährboden und die Chancen, durch die ich werden konnte, was ich wurde: ein engagierter Bürger, der gerne mit dir lebt.
Mit einer großen Portion Altersmilde blicke ich heute auf deinen aktuellen Zustand, bin traurig über all die fehlenden Möglichkeiten der heutigen Stadtbewohner, die ich selbst so üppig genießen durfte. - Ein Hauch Larmoyanz sei mir in diesem Zusammenhang gestattet. - Du warst stets eine verlässliche Begleiterin auf meinem spannenden, ereignisreichen Lebensweg und du hast mich zu einem Teil deines Universums gemacht. Dir verdanke ich meine Lebensfreude und du motiviertest meinen »rettungslosen Optimismus«.
Dein Freund Jochen

 
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