Adolf-Grimm-Preis 2005 - Homepage Jochen Stelzer

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Adolf-Grimm-Preis 2005

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Ein ganz persönlicher Bericht über den 41.Adolf-Grimme-Preis 2005

Alle großen Galas haben ihren roten Teppich, Marl ist da nur ein klein wenig bescheidener. Man kommt mit 15x3 Meter vor dem Theater aus. Gleichwohl, genau das richtige Pflaster für mich. Ich rollte also in einem großen Bogen über den Theatervorplatz auf den "Laufsteg der Stars" zu, nach dem Motto: die einen kommen im Mercedes, ich komme mit meinem AOK-Shopper. Die ihn grün gewandeten Sicherheitskräfte schauten berufsmäßig gelangweilt, aber dennoch irritiert. Die Fotografen wußten nicht ganz, ob ich für ein Foto wichtig genug war und die vielen Autogrammjäger konnte mit meinem Auftritt wenig anfangen. Ich fühlte mich super und nur daß zählte. - An dieser Stelle ein herzliches danke an die Fahrer vom Arbeiter-Samariter-Bund Behindertentaxi, die diesen Spaß mitmachten! - Ich hatte also meinem vielbeachteten Auftritt. Im Theater selbst ging es dann munter und mit viel Geschiebe weiter. Überall ein Hallo und ein Bussi, ... man kennt sich ja! Auf jeden Fall immer wieder eine tolle Gelegenheit, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die man lange nicht gesehen hat. Und es machte einen riesigen Spaß, den Einmarsch der Stars und Sternchen hautnah zu beobachten. Interessant, wie sich einige von ihnen verhalten: die meisten ließen sich bereitwillig ablichten oder in ein Gespräch verwickeln, das macht den besonderen Grimme-Charme aus. Anders als bei den anderen Events ist hier die "Konfrontation mit dem Zuschauer" gewolltes Element der Preisverleihung, ... und das ist gut so, den Fernsehen wird für uns Zuschauer gemacht. Das nicht jeder Star das penetrante Blitzlicht liebt, registrierte meine charmante Begleitung N.S. (ich verrate nicht, wer die geheimnisvolle Frau ist, ... denn ich will sie noch etwas für mich behalten). Der allseits bekannte Schauspieler Benno Fürmann "seifte" einen aufdringlichen Profi-Knipser recht heftig und nachdrücklich ab, mußte man mal gehört haben!

Die Preisverleihung auf der Bühne gehörte sicher zu den besten. Da stimmte im Grunde alles: ein ansprechendes Bühnenbild, an dem eine Maler Firma mitgewerkelt hat; eine Moderatorin, die jederzeit das Konzept des Handelns wie auch das Mikrofon in der Hand behielt und mit witzigen Texten durch die Verleihung führte und intelligente Fragen an die Preisträger stellte, was in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich war; keine langen, ermüdenden Reden; gut aufgelegte Preisträger, wie zum Beispiel Stefan Raab, der witzig antwortete. Aufgelockert und eingerahmt durch ein sehr bemerkenswertes Musikprogramm. Ich nenne hier z. B. den Auftritt von Stefan Raab und Max Mutzke und die exquisiten Jazzeinlagen von Dollinger (er komponierte u. a. die Titelmelodie vom Tatort und die Musik für "das Boot "). Da ging kräftig die Post!

Da ich ein Fuchs bin, saß ich mit meinem AOK-Shopper ganz weit vorne links. Alle Preisträger, die von links kamen (hat nix mit meiner Zugehörigkeit zur SPD zu tun) mußten an mir vorbei. Das hatte für mich mehrere Vorteile: ich konnte den jungen Preisträgerinnen ganz unbefangen hinterher schauen und bekam so einen Blick auf lackierte Fußnägel, schnupperte den neuesten Trend beim Parfüm, und wartete sehnsüchtig darauf, daß eine von ihnen mit einem "Hammer-Outfit" an mir vorbei schwebte. Anm. dazu: so einen richtigen Hinngucker vermißte ich. Wenn überhaupt, dann überraschte mich kleidungsmäßig die Schauspielerin Andrea Sawatzki recht angenehm, ... aber ich stehe eh auf rote Haare, da bin ich etwas betriebsblind, typisch Mann !!! Mein Logenplatz lag genau im Schußfeld der Kamera, die die aufgerufenen Preisträger bei ihrem Gang zur Bühne filmten. Nachteil für mich: ich flimmerte mehrfach über die Mattscheibe. (Ob das für die geringe Einschaltquote bei der nächtlichen Übertragung auf 3 SAT verantwortlich war, müssen andere entscheiden!)

Nach dem Theater ging es dann zur Party ins Adolf-Grimme-Institut. Es war die erste Veranstaltung nach der Renovierung. Vom Keller bis unters Dach tummelten sich ca. 800 Gäste. In vielen Räumen lauerten Buffets mit kulinarischen Anschlägen auf die Figur. Wer da nicht etwas für sich fand gehörte "nach McDoof hinter die Theke". Auch die flüssige Nahrung war nicht ohne. Ich selbst schlürfte mich durch einige Gläser Sekt. Ich selbst brauch ja nicht auf den Alkoholpegel zu achten, denn wer will schon nach einer Alkoholkontrolle einem leicht alkoholisierten Rollstuhlfahrer den Rolli wegnehmen? In einem kleinen, lauschigen Nebenzimmer gab es eine Bar, in der ich zum erstenmal im Wortsinne sehen konnte, was es heißt:"... Die Lampe auf zu haben." Dort konnte man sich Cocktails mit Jägermeister mixen lassen, in denen ein leuchtender Eiswürfel schwamm.
Im Laufe der Nacht ergaben sich immer wieder Gesprächsmöglichkeiten mit Promis. Da ich aus meiner langjährigen Teilnahme an den Grimme-Preisen einige Leute kenne, nutzte ich die zwanglose Gelegenheit, um mit ihnen zu reden, etwas zu fachsimpeln oder nur einmal schnell Hallo zu sagen. Besonders freute ich mich über das Gespräch mit Heinrich Breloer, einem exquisiten Dokumentaristen, gebürtig aus Marl, der schon sieben Grimme-Preise einheimste. Ich kenne ihn schon seit über zwanzig Jahren. Im Mai läuft sein neuester Zweiteiler im Fernsehen. Titel:Speer und er. Ein Film über Albert Speer und Adolf Hitler. Die bisherigen Pressebesprechungen loben diesen Beitrag im höchsten Tönen und ich bin mir recht sicher, daß mit diesem bemerkenswerten Film Heinrich Breloer in 2006 ein heißer Grimme-Preis-Favorit sein wird. - So ab 1/2 1:00 Uhr lichteten sich etwas die Reihen und man kam recht zügig überall hin. Schnell bildeten sich daher Gesprächsrunden und Cliquen mit den "bekannten Tätern": hier die Maler Prominenz, dort ein Tisch mit CDU-Größen, zwischendurch der Chef der WAZ-Lokalredaktion im Gespräch mit SPD-Mitgliedern, Fachjournalisten untereinander mit einem Glas Rotwein in der Hand, viele auf der Jagd nach einem Foto von Stefan Raab usw.

Nach einem letzten Glas Sekt, so als Absacker, machte ich mich auf den Weg zum Ausgang, wo schon eine gutgelaunte Fahrerin vom ASB wartete. Alles in allem, ein super Abend, an dem alles stimmte!


 
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