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Stadt verbietet Abi-Feten

Archiv > 2004
Leserbrief zur Stellungnahme des JuLi-Vorsitzenden Thorsten Leineweber

"Stadt macht Schluss mit den Abi-Feten"

In der Tat: Fetenräume sind in Marl knapp gesät. Der Schacht 8 wird schmerzlich vermisst. Insofern kann ich als Vorsitzender des Kinder- Jugend- und Familienausschusses den JuLi-Vorsitzenden Thorsten Leineweber verstehen, wenn er die Eröffnung von Schacht 8 anmahnt.
Dass die Stadt Marl die Aula der Willy-Brandt-Gesamtschule nicht mehr für Abi-Feten freistellt, ist traurig, kann ich aber nachvollziehen. Bedenkliche Vorkommnisse aus der Vergangenheit lassen sich leider nicht wegdiskutieren. Vandalismus, gewalttätige Ausschreitungen, Alkoholexzesse machten die Organisation solcher Abi - Feten zu einem Risiko für die Veranstalter. Die negativen Begleiterscheinungen beeinträchtigten den geregelten Schulbetrieb. Mutwillig verstopfte Toiletten, Glasscherben im Eingangsbereich, Imageschäden, Beschwerden von Anwohnern usw. sind die Hinterlassenschaften solcher Veranstaltung. Auch das ist traurig.
Die Stadt Marl hatte bei ihrer Entscheidung unterschiedliche Interessen sorgfältig abzuwägen. Der geordnete Schulbetrieb genießt oberste Priorität, dafür sollten sich auch die JuLi’s einsetzen! Außerschulische Veranstaltungen sind dem unterzuordnen.
Mit Recht verweisen die JuLi’s darauf, dass es leider auch in anderen Städten mittlerweile zur Jugend-un-Kultur zählt, solche Feten massiv und gewalttätig zu stören. Der Hang zur Gewalttätigkeit und zum Vandalismus steigt unter Jugendlichen, das belegen erschreckende Untersuchungsberichte, die in den vergangenen Tagen in der Zeitung abgedruckt wurden. Es gilt, sie genau zu hinterfragen. Es gilt aber auch Fragen zu stellen nach dem ständig wachsenden Alkoholkonsum von Jugendlichen, nach dem sorglosen Umgang mit den sogenannten " legalen Drogen " und den illegalen Drogen, den Partydrogen und anderen Rauschmitteln und der wachsenden Unfähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Eine neue, intensive sozialpolitische Diskussion ist nötig! Die Ursachen sind zu hinterfragen und endlich auch Konsequenzen daraus zu ziehen.
Ein mea culpa der Gesellschaft täte uns gut: angefangen bei den Rahmenbedingungen, in denen Jugendliche heute aufwachsen und das Leben kennenlernen, über die Hohlheit von medial aufgeblasenen " Idealen ", der sorglosen Abgabe der " legalen, gesellschaftlich tolerierten Drogen " an Jugendliche und Kinder, bis hin zur Politik, die manche Entwicklungen falsch einschätzt bzw. genauso ratlos ist.
Es wäre hilfreich, wenn sich Jugendliche, besonders parteipolitisch organisierte Jugendliche, zusammensetzten und all dies aus ihrer Sicht ausdiskutierten. Das schafft kurzfristig keine Räumlichkeiten für Abi-Feten. Mittel- und langfristig kann aber verortet werden, wo die knappen Ressourcen im Interesse der Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt eingesetzt werden.
 
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