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Biografie

Wie könnte eine Biografie aussehen ?

Viel Text, Verklärung der Vergangenheit, Auslassen der peinlichen Pannen und Stolpersteine, abschweifen in Randbegebenheiten und herausstellen von Leistungen...
oder
trockenes Auflisten von Daten und Fakten.
Ich biete beides an!
Eloge anläßlich meines 50.Geburtstags 2001
„Unsere Stadt ist ein-Marl-ig“ und es lohnt sich, sich für sie zu engagieren!“ Eine Aussage von Jochen Stelzer, die sich mit seinem vielfältigen und langjährigen Engagement belegen lässt.

Geprägt durch das gewerkschaftlich und sozialdemokratisch gefärbte Elternhaus trat er 1975 der SPD bei. Willi Brandt, Herbert Wehner und das Godesberger Programm sind seine Vorbilder und Ideal. Schnell fasste Jochen Fuß in der Partei und übernahm Verantwortung. 1976 wählten ihn die Jusos in Drewer-Süd als Beisitzer in ihren Vorstand. 1978 übernahm er als gewählter Vorsitzender die Jusoleitung in Drewer-Süd, die er bis 1982 inne hatte. Seine politische Arbeit bei den Jusos brachte u.a. das Amt des stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden der Jusos und für 2 Jahre die Position als Beisitzer im Juso-Unterbezirk mit sich. Mit pfiffigen Ideen setzte er sozialdemokratische Politik in praktisch erfahrbare Aktionen um: z.B. den Juso-Hausaufgabenkreis; Juso-Videoarbeit für den Stadtteil am Beispiel der Gefahren auf der Pommernstraße; Diskussionsforen zur Jugendkriminalität usw. Altgediente Mitstreiter erinnern sich sicher noch an die Aktionen des Juso-SV zur Lärmmessung auf der Carl-Duisberg-Straße, an die Aktionen rund um den Bau des Hotels am Citysee, die Aktionen im Umfeld des „Serra-Diskussion“, oder um die Auseinandersetzungen mit Horst Niggemeier. Jochen gehörte zu den Meinungsbildnern und Mitstreitern. Es war nur konsequent, auch im Vorstand des Ortsvereins sich um ein Amt zu bewerben. Einfluss nehmen, mitgestalten, Verantwortung tragen sind seine Leitaussagen, die er konsequent, ruhig und stets sachlich angeht. 1978 wählten ihn die Mitglieder zum ersten mal in den OV-Vorstand, als Beisitzer. In den nachfolgenden Jahren übernahm er im OV-Vorstand u.a. die Aufgaben des Schriftführers, Pressesprechers, stellvertretenden Vorsitzenden, sowie Delegiertenmandate. Mit der Direktwahl 1994 in den Stadtrat erfüllte sich sein größter politischer Traum. Seither setzt er sich dort als Jugend,- und Kulturpolitiker ein; war für 2 Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender und ist Sprecher im Werksausschuss des Zentralen Betriebshofes.

Bildung, lebenslanges lernen und neue Medien reizen Jochen nicht nur privat. Schon 1975 knüpfte er als Kursteilnehmer die ersten Kontakte zur insel. Schnell fand er den Weg in die „Marler Gruppe“, die er seit 1983 leitet. Als Mitglied der Vorauswahlkommissionen sichtete er Wettbewerbsbeiträge für den Adolf-Grimme-Preis. Er öffnete die „Marler Gruppe“ für Schüler, die beim Adolf-Grimme-Preis einen wesentlichen Teil der Laienjury stellen. In vielen Publikationen beschrieb er die Fernseharbeit an der insel und warb durch gezielte Einzelveranstaltungen und Seminare für die Auseinandersetzung mit dem Medium Fernsehen. – 1988 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der „Freunde des Adolf-Grimme-Preises“.

Dass Marl als Medienstadt „ein-Marl-ig“ ist, belegt Jochen u.a. mit drei live Fernsehauftritten im ZDF, entstanden durch Kontakte rund um den Adolf-Grimme-Preis. (1978 „Bürger fragen Joop den Uyl“, 1981 Predigt im Fernsehgottesdienst zum „Jahr der Behinderten“, 1981 „Kamingespräch mit Bundespräsidenten Carstens“).

In der Weiterbildung sieht er eine zentrale Herausforderung für jeden Bürger. Sein Engagement für und in der insel ist daher nur konsequent. Als Sprecher der Kursleiterversammlung und Mitglied der VHS-Konferenz prägt er seit 19 Jahren diese Gremienarbeit mit, um optimale Lernbedingungen für alle zu schaffen und zu erhalten.

Seine ehrenamtliche Mitarbeit in der Willi Brandt Gesamtschule umschreibt er schmunzelnd so: “Nun gehe ich schon 20 Jahre in die Gesamtschule und warte noch immer auf mein Abi!“ In der dortigen Mediothek hilft er drei mal wöchentlich bei der Ausleihe von Büchern und Medien mit.

Jochen ist immer für eine Überraschung gut. So verkleidet er sich seit 1979 als Nikolaus im Rollstuhl und beschenkt bei der Weihnachtsfeier eines Behindertenvereins die anwesenden Kinder.

In den 80ziger Jahren sorgte er als DJ für die richtige Musik im HOT Kolpingheim, in dem er auch bei der monatlichen Behindertendisco die Platten auflegte.

Mit Stolz blickt Jochen auf 12 Jahre Mitarbeit im Pfarrgemeinderat von St.Heinrich zurück, den er für eine Legislaturperiode leitete. „Als bekanntermaßen rote Socke war die dreimalige Wahl in den Gemeinderat schon bemerkenswert“ meint er.

Aus der Fülle seines vielfältigen sozialen Engagements ragen die Vorstandsarbeiten beim Arbeiter-Samariter-Bund, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und in der AG der Wohlfahrtsverbände heraus.

Als schwerbehinderter Rollstuhlfahrer sind ihm die Lebensumstände von Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, bekannt. Zuhören, helfen, mitgestalten und Fürsprecher sein ist daher ein wesentlicher Teil seines Engagements. So zeichnet er für den Behindertenwegweiser für Marl verantwortlich; hielt Seminare in der insel zu unterschiedlichen Behinderungen ab; weihte die rollstuhlgerechte Telefonzelle an der Hauptpost ein; regte sich mit Leserbriefen über zugeparkte Fußgängerwege auf usw.

Jochens bemerkenswertes und umfassendes Wirken in unserer Stadt würdigte 1984 der damalige Bundespräsident durch die Verleihung der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland.


Tabellarische Übersicht

13.09.1951
  • in Marl geboren;
  • mit 7 - 8 Jahren leichte körperliche Leistungsunterschiede zu gleichaltrigen Kindern erkennbar;

17.04.1958    
  • Einschulung in die katholische Aloysius Grund- und Hauptschule;

1965
  • wird ein progressiver Muskelschwund diagnostiziert mit einer deutlich verkürzten Lebenserwartung;

19.03.1966    
  • Volksschulabschluss nach der achten Klasse;
  • Lehre als Goldschmied bei der Firma NEHM in Marl-Hüls begonnen;

16.10.1967     
  • einen Monat nach dem 16. Geburtstag Verlust der Gehfähigkeit und dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen;
  • Abbruch der Ausbildung zum Goldschmied;
  • schreibt gegen Bezahlung Briefe für Nachbarn, Arbeiten für Studenten ins Reine und über zwei Jahre lang für einen Theolo­gen Manuskripte ab;
  • arbeitet im Jugendheim der katholischen Kirche St. Heinrich mit;

1975   
  • eine Freizeit in Offenbach a. M. gibt Anregungen zur Behindertenarbeit, die von ihm in den folgenden Jahren in Marl umgesetzt werden;
  • arbeitet in der „Marler-Gruppe“ des Adolf-Grim­me-Preises mit;
  • wird Mitglied bei den Jusos und in der SPD in Drewer-Süd;

1976   
  • Aufbau der Selbsthilfegruppe „Der Würfel“ für behinderte und nichtbehinderte Jugendliche, mit regelmäßigen Treffen im evangelischen Jugendheim Delta;
  • von den Jusos in Drewer-Süd als Beisitzer in den Vorstand gewählt;

1977
  • Wahl in den Pfarrgemeinderat von St. Heinrich, (Beisitzer und Schriftführer);
  • Aktives Mitgestalten der Ökumene zwischen St. Heinrich und der Auferstehungsgemeinde in Drewer-Süd;

1978  
  • Durch Vermittlung von Dr.Berd Donnepp Diskussionsteilnehmer in der ZDF-Sendung „Bürger fragen Joop den Uyl“, niederländischer Ministerpräsident, die aus der „insel“ live gesendet wird;
  • übernimmt als gewählter Vorsitzender die Jusoleitung in Drewer-Süd, die er bis 1982 innehat;
  • politische Arbeit bei den Jusos bringt u. a. das Amt des stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden der Jusos und für 2 Jahre die Position als Beisitzer im Juso-Unterbezirk Recklinghausen mit sich;
  • von den SPD-Mitgliedern zum ersten Mal als Beisitzer in den SPD-Ortsvereinsvorstand gewählt, dem er bis 2008 angehörte;
  • in den nachfolgenden Jahren Übernahme verschiedenster Aufgaben im SPD-Ortsvereinsvorstand, u. a. Schriftführer, Pressesprecher, stellvertretender Vorsitzender, sowie verschiedene Delegiertenmandate;

1979
  • als Nikolaus im Rollstuhl beschenkt er jahrelang bei der Weihnachtsfeier des Behindertenvereins für spastisch Gelähmte und andere Körperbehinderte – später umbenannt in Kreisverband für Menschen mit Behinderung - die anwesenden Kinder;
  • DJ bei der Behindertendiskothek im HOT-Kolpingheim, später im HOT-Hagenbusch bis Anfang der 1990 ziger Jahre;
  • Beginn der ehrenamtlichen Mitarbeit in der Mediathek der Willy-Brandt-Gesamtschule bis 2006 an jeweils 3 Tagen pro Woche.
  • Gesprächspartner für Schulklassen bei Projektwochen an der Willy-Brandt-Gesamtschule;
  • drei Jahre lang das Angebot „Modeschmuck aus Silberdraht“ an der Willy-Brandt-Gesamtschule gegeben;

1980
  • Gründungsmitglied des Brasilien Kreises von St. Heinrich;

1981
  • Predigt im ZDF Gottesdienst zum Jahr der Behinderten;
  • Diskussionsteilnehmer beim ZDF „Kamingespräch mit  Bundespräsidenten Carstens“;
  • Honorar-DJ im HOT-Kolpingheim bis 1985;
  • Wiederwahl in den Pfarrgemeinderat von St. Heinrich (stellv. Vorsitzender);

1981 - 1986
  • Gesprächspartner für Marler Schulklassen zum Thema „Behinderung/Rehabilitation/positive Lebenseinstellung“,

1983
  • Kursleiter an der VHS „insel“ für die „Marler Gruppe“ bis 2006;
  • in den nachfolgenden Jahren bis 2006 Kursleiter für verschiedene Arbeitsgemeinschaften rund um die Themen Behinderung, Medien, Politik, Gesellschaft;
  • erstmalige Wahl zum Sprecher der Kursleiterversammlung der VHS „insel“ und Mitglied in der VHS-Konferenz; (Wiederwahlen bis 2006 für beide Gremien)

1984
  • Verleihung der Verdienstmedaille zum Bundesverdienstorden;
  • Mitglied der Vorauswahlkommission für den Adolf-Grimme-Preis (von 1984 -1989);
  • Mitglied im Vorstand des Marler Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes DPWV, dem er bis heute -2018 – angehört;
  • Kursleiter für die Erstellung des ersten Wegweisers für Behinderte für Marl;

1985
  • Wahl zum Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates von St. Heinrich;

1986
  • Beteiligung an der mehrtägigen Ideenwerkstatt „Über die unbewältigte Gegenwart gerät die Zukunft ins Abseits“ anlässlich des 50-jährigen Stadtjubiläums;

1987
  • Verschiedene Veranstaltungen von St. Heinrich und begleitende Öffentlichkeitsarbeit zum geplanten Moscheebau in Marl-Hamm mitverantwortet;

1988  
  • Gründungsmitglied der „Freunde des Adolf-Grimme-Preises“;
  • Wahl zum Revisor der „Freunde des Adolf-Grimme-Preises“;

1990
  • überreicht nach intensiver Vorarbeit erstmalig den Publikumspreis der „Marler-Gruppe“ beim Adolf-Grimme-Preis auf der Theaterbühne;
  • Mitarbeit beim Hearing und den Folgeaktivitäten des Sozialausschusses zur behindertengerechten Umgestaltung Marls;      
  • Wahl in den Vorstand des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes DPWV Marl;

1990  - 2000
  • Vertreter für den DPWV in der Stadtarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände;

1992 - 2004
  • Referent an der Westfälischen Schule für Körperbehinderte und der Zentrale Krankenpflegeschule des Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen zum Thema „Leben mit einer Behinderung/Selbstrehabilitation/selbstständig Leben“;

1994   
  • Direktwahl in den Rat der Stadt Marl;
  • Sprecher der SPD im Jugendhilfeausschuss;
  • Mitglied verschiedener Ratsausschüsse;
  • Vertreter der Stadt Marl in der Gesellschaft „Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH“;

1995
  • Erweiterung der Zuschauerjury der „Marler-Gruppe“ beim jährlichen Adolf-Grimme-Fernsehpreis für Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Marler Schulen als neuen Aspekt bei der Medienkompetenzvermittlung;
  • Vermittlung einer größeren Computerspende für die Westfälische Schule für Körperbehinderte;

1997
  • zweieinhalb Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Marler SPD;
  • Kursleiter für die Aktualisierung des Wegweisers für Behinderte, überarbeitete Auflage wird veröffentlicht;

1998   
  • Wiederwahl in den Rat der Stadt Marl;
  • Vorsitzender im Ausschuss für Kinder-Jugend-Familie;
  • Sprecher der SPD und stellv. Vorsitzender im Werksausschuss des Zentralen Betriebshofes;
  • Aufsichtsrat der Verkehrslandeplatz  Loemühle GmbH;

1999
  • Verschiedene Aktivitäten zur „Klimaverbesserung“ in Drewer-Süd, damit die Anwohnerängste im Zusammenhang mit dem geplanten Wohnheim für psychisch Kranke "Haus Witt" auf Akzeptanz bei den Nachbarn trifft;

2002,- 2004
  • Wiederbestätigung als Beisitzer im Vorstand des ASB-Kreisverbandes;

2003
  • Ablehnende Haltung gegenüber einem Cross-Border-Leasinggeschäftes mit dem städtischen Abwässerkanalnetz formuliert und eine Mehrheit für den ablehnenden Beschluss organisiert;

2003 - 2004
  • LWL-Wohnheim für Kinder „Im Singelsen“ gegen den Anwohnerprotest erfolgreich durchgesetzt;

2004
  • Mehrheitsbeschaffer für die Finanzierung eines Sanierungsprogramms für 81 abgespielte städtische Spielplätze trotz Haushaltsbeschränkungen;

2006
  • zwei Operationen und eine lebensbedrohliche Lungenentzündung werfen ihn aus dem bisherigen Leben. Ab Mitte 2006 dauerhaft künstlich beatmet und dauerhaft bettlägerig;
  • erneut zum stellv. Vorsitzenden der SPD-Drewer-Süd gewählt;
  • Bestätigung als Revisor der „Freude des Adolf-Grimme-Preises“;

2006 – 2018
  • Interviewpartner für Schüler aus der Willy-Brandt-Gesamtschule;

2008
  • Mitarbeit in der Planungsgruppe für die Jubiläumsveranstaltung “40 Jahre Marler Gruppe“;
  • Mitarbeit in der Planungsgruppe für das 25-jährige Jubiläum des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes DPWV Marl;

2010
  • von den Mitgliedern der SPD Drewer-Süd zum Ehrenvorsitzenden gewählt;

2011
  • Mitarbeit in der Planungsgruppe zum 65-jährigen Jubiläum der Volkshochschule Marl „insel“;
  • Veröffentlichung der Autobiografie "Mut zum Ich - der sprechende Kopf";

2014
  • Mitarbeit in der Planungsgruppe der "Marler-Gruppe" anlässlich des 50. Adolf-Grimme-Fernsehpreises u.a. durch ein thematisches Video-Grußwort;
  • Mitwirkung als Interviewpartner in dem vom mehrfachen Grimme-Preisträger Dominik Graf erstellten Dokumentarfilm „Es werde Stadt - Zum Zustand des Fernsehens in Deutschland“, den der WDR anlässlich des 50. Adolf Grimme Fernsehpreis produzierte;

2017 – 2018
  • Mitarbeit in der Planungsgruppe zum 50-jährigen Bestehen der fernsehkritische Arbeitsgemeinschaft „Marler-Gruppe“;

2018
  • Impulsreferat bei einem Symposiun zum Thema "NIMM TEIL:HABE MUT" . Eine Veranstaltung von Teilzeitstudenten des 4.Jahres Szialpädagogik der Universität "Saxion" Enschede;
darüber hinaus: stellvertretender Vorsitzender im DPWV; Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender beim Marler Arbeiter-Samariter-Bund; Beisitzer im Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bund; stellv. Beauftragter, später Beauftragter für den Zivildienst im Kreisverband für Menschen mit Behinderung; Gründungsmitglied der "Freunde des Adolf-Grimme-Preises"; Revisor im Verein "Freunde des Adolf-Grimme-Preises"; zahlendes Mitglied in verschiedenen Vereinen;

 
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