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Fluglärm im Minutentakt

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Jochen Stelzer                    Marl, den 28.9.2000
Aufsichtsrat Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH

Leserbrief zu „Fluglärm im Minutentakt“ von Herrn Bettenworth

Zustände, schlimmer als am Frankfurter Flughafen, müssen es am letzten Wochenende am Verkehrslandeplatz Loemühle gewesen sein, glaubt man dem Leserbrief von Herrn Bettenworth. Da sollen im Minutentakt Maschinen gestartet und gelandet sein. Eine Leistung, wenn sie denn stimmt, die selbst die Fluglotsen in Frankfurt nicht auf die Piste bringen.

Herr Bettenworth argumentiert an den Fakten vorbei und polemisiert durchsichtig im Sinn der Verkehrslandeplatzgegner. Meine Recherchen bei der Luftaufsicht ergaben folgende Zahlen: am Samstag, den 23.9. fanden in der Zeit von 8,30 Uhr bis 20 Uhr 84 Flugbewegungen statt; am Sonntag, den 24.9. im gleichen Zeitraum 110 Flugbewegungen. Starts und Landungen im Minutentakt sind das nun wirklich nicht. Selbst zu den Stoßzeiten am Sonntag hielten sich die stündlichen Flugbewegungen weit unterhalb der subjektiven Wahrnehmung von Herrn Bettenworth.

Bei den Maschinen handelte es sich im wesentlichen um Maschinen in den Kategorien „leise“ und „super leise“; auf Loemühle selbst sind nur noch 2 Maschinen in der Kategorie „laut“ stationiert.

Herr Bettenworth versteigt sich im weiteren in die Formulierung „...jeder flog so, wie er wollte.“ Eine nichthaltbare Unterstellung. An- und Abflug und die Platzrunden sind geregelt. Die Luftaufsicht am Platz kontrolliert und leitet den Flugbetrieb. Das Einhalten der Vorschriften ist schon im Interesse der Sicherheit der Piloten unerlässlich. Dass es in Stoßzeiten zu sicherheitsbedingten Anflugänderungen kam, will ich zugestehen. Einen regelfreien Raum gibt es aber nicht.

Eine Schlussbemerkung kann ich mir nicht verkneifen: Herr Bettenworth, wie auch viele Landeplatzgegner, argumentieren beim Thema „Anpassung an JAR-OPS 1“ mit Steuergeldverschwendung. Eine Aufgabe/Umwandlung des Verkehrslandeplatzes, oder der Status Quo ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die komplette Renaturierung käme sicher über 20 Mio. DM, der Status Quo führte zu deutlich erhöhten Zuschüssen. Das ist aber für die Landeplatzgegner kein „wirkliches“ Problem.
 
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