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Jugendparlament: Aller Anfang ist schwer

Archiv > 1997
Jochen Stelzer
Bebelstraße 14 a
45770 Marl
Sprecher der SPD-Fraktion im Jugendhilfeausschuß

An die
Marler Zeitung
Lokalredaktion
Kampstraße 84 b Marl, den 28.1.’97
45765 Marl

Betr.: Bitte um Veröffentlichung!
Zum Bericht „Jugendparlament: Aller Anfang ist schwer“ vom 28.1.

Die Berichterstattung über die CDU-Veranstaltung bedarf einiger kritischer Nachfragen und Anmerkungen. Aus Sicht der SPD-Jugendpolitiker ist es rechtlich bedenklich, wenn die Junge Union ihre Handzettel am Loekamp- und Doppelgymnasium in Klassenbücher einlegt und für eine eindeutig parteipolitische Veranstaltung wirbt. Wo bleibt da die Neutralität der Schulen?

Interessiere Jugendliche gibt es nicht nur an zwei Marler Gymnasien! Eine saubere Vorbereitung, mit weniger selbstauferlegtem Zeitdruck, hätte nicht den faden Beigeschmack aufkommen lassen, nur einen bestimmten Kreis von Jugendlichen ansprechen zu wollen.

Und letztlich, in welcher Funktion beteiligte sich Herr Dargel an der Veranstaltung? War er als stellvertretender Bürgermeister beteiligt, dann gab er dieser CDU-Veranstaltung einen „offiziellen“ Charakter und offiziell, neutral und repräsentativ war dieser Dialog sicher nicht.

Der Artikel erweckt den Eindruck, daß ein städtisches Jugendparlament eine beschlossene Sache ist und die CDU die treibende Kraft sei, gleichzeitig bemängelt Herr Dargel aber die „...fehlende Resonanz im Rat für ein Jugendparlament“. Dem widersprechen wir SPD-Jugendpolitiker energisch.

Das Dezember-Forum vermittelte die ersten, wegbereitenden Informationen über Möglichkeiten der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Stadt. Danach war allen Beteiligten klar, daß die Diskussionsergebnisse und Anregungen genau auf ihre Marl-spezifischen Umsetzungsmöglichkeiten geprüft werden müssen. Daraus könnte sich u.a. die Bildung eines Jugendparlamentes ergeben. Einen fraktionsübergreifenden Beschluß in diesem Punkt gibt es derzeit noch nicht.

Die SPD-Ratsfraktion ist neuen, kommunalpolitischen Beteiligungsformen von Jugendlichen, wie z.B. ein Jugendparlament, aufgeschlossen. In der SPD mangelt es nicht an positiver Resonanz! Zur Bildung eines Jugendparlamentes sind grundsätzliche Fragen im Jugendhilfeausschuß und im Rat zu klären. Dies muß noch in weiteren Beratungen geschehen. Bis diese Arbeit geleistet ist, sollte man keine Erwartungshaltungen wecken.

Für die SPD-Jugendpolitiker ist unverzichtbar, das ein Jugendparlament ein breites Spektrum der Marler Jugendlichen spiegelt und mit klaren Kompetenzen und finanziellen Mitteln ausgestattet sein muß. Dies ist aus unserer Sicht nur zu erreichen, wenn alle Fraktionen mit dem Jugendamt an einem Strang ziehen und sich gemeinsam für ein Jugendparlament einsetzen. Das schließt die neutrale Werbung an allen Schulen und Jugendeinrichtungen zur Mitarbeit in einem Jugendparlament ein.

Die CDU tut sich und besonders den interessierten Jugendlichen keinen wirklichen Gefallen, wenn sie diese große und zukunftsweisende Aufgabe alleine und dann noch mit verunglückten Bruchstücken angeht. Die Bildung eines Jugendparlamentes ist eine zu sensible Sache, als das sie auf ein Solo einer Partei reduziert wird. Es steht viel auf dem Spiel. - Gemeinsam für die Jugendlichen und nicht alleine für die Presse!

 
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