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Verbale Entgleisungen

Archiv > 1998
Marl, den 18.8.’98

Betr.: Leserbrief zur CDU-Stellungnahme in Sachen Reduzierung der Dezernentenstellen

Verbale Entgleisungen sind für den hektischen CDU-Chefrhetoriker kein Problem. Aussagekräftiger und entlarvender konnte die ungestüme und beleidigende Attacke des CDU-Fraktionsvorsitzenden auf den SPD-Antrag zur Reduzierung der Dezernentenstellen nicht ausfallen. Er geht in keiner Weise auf Inhalte ein, statt dessen eröffnet er einen Nebenschauplatz, dem jegliche Basis fehlt. - Zur Erinnerung: 1995 sprach sich der „Herr der schwarzen Filzpantoffel" für einen Abbau der Beigeordnetenstellen aus. Eindeutig und unmißverständlich machte Herr Schulte-Kemper klar, daß nach dem Ende der ersten Amtszeit von Herrn Hasselmann diese Stelle nicht mehr besetzt werden soll.
Daß die SPD konsequent den Umbau der verbleibenden Kernverwaltung weiter vorantreibt, und die zum 31.12.’98 auslaufende Beigeordnetenstelle als entbehrlich ansieht, wird in der CDU-Stellungnahme unterschlagen. Die Bildung der Eigenbetriebe und die noch ausstehenden Entscheidungen im Bereich Kultur/Weiterbildung und Wirtschaftsförderung reduzieren den Verantwortungsbereich eines dritten Beigeordneten. Verkleinerung von Hierarchieebenen und ein Organisationssystem, das unter Einbeziehung der Bildung von Fachbereichen die Kommunikation und Koordination im Verwaltungshandeln sicherstellt, sind SPD-Bestandteile der Verwaltungs- strukturreform. Es ist daher konsequent, die Wiederbesetzung der dritten Dezernentenstelle nicht vorzunehmen. Die finanzielle Haushaltsentlastung sein nur am Rande erwähnt. - Kein Thema für die CDU. Statt dessen versteigt sich der CDU-Chef in düstere Verschwörungstheorien und unterstellt eine politische Erpressung. Sein Strickmuster ist bekannt: Zuerst konstruiert er sich ein Gerücht, verbreitet es und fragt dann blauäugig nach, ob das Gerücht wahr sei.
In mehreren Faxen und Briefen forderte er Jens Vogel ultimativ auf, mit Fristsetzung und genauer Uhrzeit!, auf die CDU-Unterstellungen zu antworten, ...das hat Stil!. Scheinheilig schrieb er, daß er nicht die Presse informiert habe. Eine Marler Zeitung hatte aber zum gleichen Zeitpunkt schon Kenntnis, die nach ihrer Aussage nicht aus Reihen der SPD stamme. Ein Schelm, der böses dabei denkt.
Der CDU-Führer bereichert zudem den Begriff „roter Filz" um eine drollige Variante: Nun ist es anscheinend schon „roter Filz", wenn man eine Stelle nicht mehr besetzen will.
Bei den wüsten Attacken des Mannes aus Klein-Herne muß man sich fragen, ob da nicht etwas ganz anderes dahinter steckt. Könnte es sein, daß ihm der SPD-Antrag ein Süppchen versalzte und seine Besetzungsliste durchkreuzt oder seine „Manövriermasse" schmälert?
 
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